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Festakt zum Anlass der Ordensverleihung "Gregorio Magno" mit Stern
an Prof. Dr. Josef Rötzer am 16. Juni 2002.


Bericht über die Verleihung des Ordens "Gregorio Magno" mit Stern

Dass die Forschung und Arbeit von Prof. Dr. Josef Rötzer keine akademische Arbeit hinter verschlossenen Türen ist, zeigte schon ein Blick in die Festversammlung. Anwesend waren eben nicht nur ältere Damen und Herren mit schwarzen Anzügen, hochwürdige Geistlichkeit mit Rang und Namen, sondern Familien mit Kindern. Dass zu einem solchen Anlass eine Kinderbetreuung angeboten wurde, unterstreicht die menschliche Nähe der Arbeit von Dr. Rötzer. Im vollbesetzten Festsaal entstand eine familiäre Atmosphäre, trotz drückender Temperaturen, die an diesem Tag über Salzburg herrschten.

Mit beigetragen haben dazu Bläser und Solisten, die die Feier musikalisch umrahmten. Hierbei bestachen die Geschwister Turkalj auf Bratsche und Cello in drei ausgesprochen guten Beiträgen. Ebenso wie das Bläserquartett, welches zum Einsatz kam.

Mag. Martin Kastner führte durch das Programm. Er und seine Frau wohnen in Vöcklabruck, ebenso wie die Familie Rötzer. Frau Monika Kastner hält unermüdlich in weitem Umkreis Kurse über Natürliche Empfängnisregelung.

Nach zwei Grußworten von DDr. Donato Sqicciarini, Apostolischer Nuntius in Österreich, und von Leo Kardinal Scheffczyk, hielt Familienbischof DDr. Klaus Küng seine Laudatio. Er zeichnete den Lebensweg von Dr. Rötzer nach.  Er verschwieg nicht, dass es Probleme gab, die NER als einzigen erlaubten Weg der Empfängnisregelung in der Kirche zu etablieren. Viele Pfarrer, ja auch Bischöfe taten sich schwer damit, die Entscheidung von Papst Paul VI. in der Enzyklika Humanae vitae in der Praxis anzunehmen und zu fördern. Doch das Leitmotiv von Dr. Rötzer war, dass die kirchliche Lehre über die Weitergabe des Lebens lebbar sein muss. Von diesem Leitmotiv war Dr. Rötzer überzeugt, und er hat in der Praxis bewiesen, dass es stimmt. Dabei hatten sehr viele Ehepaare Anteil, die ihm mit ihren Aufzeichnungen gedient haben. Besonders hob Bischof Küng die Verdienste der Ehefrau von Dr. Rötzer hervor, die leider aus gesundheitlichen Gründen am Kommen verhindert war. Denn es war der scharfen Beobachtung und der Kombinationsgabe von Frau Rötzer zu verdanken, dass ihr Mann seine Forschungen überhaupt in dieser Richtung beginnen konnte.

Nach der Überreichnung des Ordens sprach Familie Eisl im Namen der Familien ihren Dank an Dr. Rötzer aus. Die NER ist nicht nur ein Weg verantwortlicher Empfängnisregelung, sondern wirkt sich auch in der Familie sehr positiv aus. So ist die Unterrichtung der Kinder in Fragen der Geschlechtserziehung wesentlich einfacher und offener möglich. Die starke Verbindung zwischen der Offenheit zum Leben durch die NER und dem Wirken Gottes im Leben kam in einem gemeinsam gesungenen Lied zum Ausdruck.

Dr. med. Alfred Häußler, der 1. Vorsitzende der Europäischen Ärzteaktion, sprach in einem Grußwort über die damalige Situation vor und nach Erscheinen der Enzyklika Humanae vitae. Dr. Ernst, der Begründer der Europäischen Ärzteaktion, initiierte im Jahre 1964 die Ulmer Denkschrift zur Frage der Geburtenregelung. Hierbei schrachen sich über 400 Ärzte, Universitätsprofessoren und Gynäkologen gegen die Einführung der Pille aus. Dr. Häußler dankte Dr. Rötzer dafür, dass er schon von frühen Berufsjahren an die Erforschung der Möglichkeiten der NER zu seiner Lebensaufgabe gemacht hat. Unter seinem Namen hat sie Einzug in die modernen Lehrbücher gefunden.

Ana Turkalj animierte zurecht das Publikum zu dem längsten Applaus der Veranstaltung. Sie trug auf dem Cello "Gavotte" von D. Popper vor. So gekonnt, voller Anmut und gänzlich frei von Nervosität, wie es sonst wohl kaum ein 8 jähriges Mädchen schafft.

Weihbischof P. Dr. Andreas Laun überbrachte den Dank der Kirche. Auch er ging auf die Problematik ein, dass es manch einer der Würdenträger der Kirche schwer hatte, diese Forderung nach dem allein gültigen Weg der Empfängnisregelung zu vertreten. Er zeigte die Wahrheit an einem Beispiel aus Lourdes auf. Bernadette hatte von Maria den Befehl bekommen, an einen bestimmten Platz sich in einer Quelle zu waschen. Doch es war dort keine Quelle. Sie schmierte sich nassen Lehm in das Gesicht und mochte für Außenstehende das Bild einer Verrückten abgegeben haben. Jedoch half ihr ein Mann mit einer Schaufel, und sie legten die Quelle frei. So zog Laun die Parallele: wenn Maria sagt, dort ist Wasser - dann ist da Wasser. Wenn das kirchliche Lehramt die Kontrazeption verbietet, so ist da ein Weg, der im Sinne der kirchlichen Lehre gangbar ist. Diesen Weg hat Dr. Rötzer aufgezeigt, und dies zeigt, dass es eben doch angebracht ist, der Lehre und der Tradition der Kirche zu vertrauen.

Dr. Rötzer dankte in bewegenden Worten für diese Auszeichnung. Er dankte seiner Tochter Elisabeth, die sich dieser Aufgabe ganz zur Verfügung gestellt hat. Der dankte den Familien und Frauen, die die Aufzeichnungen zur Verfügung stellten, aktiv mitarbeiteten und somit überhaupt erst seine Forschung ermöglichten. Diese Menschen sind ihm von Gott geschenkt worden. Ganz besonders gilt dies für seine Frau Margareta. Er wollte nur eine Frau heiraten, die gläubig ist und seinen Glauben teilt. Und diese Frau ist ihm von Gott geschenkt worden.

Der Erzbischof von Salzburg, Dr. Georg Eder, spendete der Festversammlung seinen bischöflichen Segen. Es war eine gute Idee und eben ein Zeichen der Verbundenheit, dass dieser Festakt mit dem Loblied: "Großer Gott, wir loben dich" ausklang. Ein Festakt, der sicher allen in freudiger und würdiger Erinnerung bleibt.

Peter Pioch