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24. INER-Jubiläumskongress 2010

anlässlich des 90. Geburtstages von Prof. Dr. med. Josef Rötzer

im Bildungshaus Schloß Puchberg bei Wels, Oberösterreich

30.4.-2.5.2010

Der 24. Internationale INER Kongress stand ganz im Zeichen seines Gründers, Prof. Dr. J. Rötzer. Er gilt als Vater bzw. Entdecker der sympto-thermalen Methode der Natürlichen Empfängnisregelung (NER), die wissenschaftlich als die zuverlässigste anerkannt ist. Anlässlich seines 90. Geburtstages wurde sein Lebenswerk in einem feierlichen Festakt gewürdigt.
Aus Begeisterung und Dankbarkeit über seine Erkenntnisse waren über 200 Delegierte aus 11 Nationen herbeigeströmt. Im ganzen Kongress herrschte eine knisternde Aufbruchstimmung.

Das Programm war bunt gemischt mit Fachvorträgen, Zyklusaufzeichnungen in vielen Variationen, Workshops, Buchpräsentationen, Festreden, humorvollen Unterhaltungseinlagen und musikalischen Darbietungen von jungen Künstlern. Durch das dicht gedrängte Programm führte souverän Walter Gabathuler, der zusammen mit seiner Frau, zum Fundament, bzw. zu den tragenden Säulen von INER gehört. Nichts brachte ihn aus der Ruhe, hatte er es doch auch geschafft, die 9-stündige Verzögerung, die ihm vor kurzem durch den Vulkanausbruch auf einer Berufsreise aufgezwungen worden war, dazu zu nützen, in letzter Minute noch für den Kongress eine lustige INER - Diashow zusammenzustellen: das Publikum bog sich vor Lachen! Sein humoristisches Talent, medizinische Abkürzungen umzudeuten und mit ganz anderen Begriffen zu assoziieren, war umwerfend.

Dr. Rudolf Ehmann eröffnete das Fachprogramm mit dem Hauptvortrag: Die Abschaffung des Menschen durch Reproductive Health Care?  Folgen der kontrazeptiven Mentalität

Der Schweizer Gynäkologe, früher Chefarzt im KH Stans, derzeit Leiter eines Krankenhauses in Afrika, das er nach seiner Pensionierung gegründet hat, war vielen Teilnehmern schon als brillanter Referent bekannt. Wiederum beeindruckte er durch seine Gesamtschau der Zusammenhänge. Mit zunehmender Beklemmung folgten die Hörer seinen Ausführungen, die das ungeheure Ausmaß der Lebensvernichtung durch die Verhütungsmentalität aufdeckten. Das Fragezeichen im Titel seines Vortrags schien eher durch ein Rufzeichen ersetzt zu gehören!
Dr. Ehmann zog Parallelen zwischen der heutigen Reproduktionsmedizin und den bereits 1943(!) in Oxford gehaltenen Vorlesungen von C. S. Lewis mit dem Thema "Die Abschaffung des Menschen", dessen Thesen prophetisch anmuten und heute in bedrohlicher Weise in Umsetzung begriffen sind. Wenn der Mensch als Geschöpf sich selbst zum Schöpfer überhebt, so ist er seinen "irrationalen Impulsen" ausgeliefert.
Die "reproductive healthcare", die das ganze Gebiet der Fortpflanzung umfasst mit dem Ziel des sexuellen Wohlbefindens ist gleichzeitig auch ein Codewort für Abtreibung. Unter reproduktive medicine  sind nicht nur sämtliche medizinischen Errungenschaften zur Erreichung einer Schwangerschaft, sondern auch sämtliche Kontrazeptionsmaßnahmen, einschließlich der Abtreibung gemeint. Davon leiten sich die reproductive rights ab, die den freien Zugang dazu garantieren sollen.
Diese Entwicklung  führt auf vielfältige Weise zu Bedrohungen sowohl des ungeborenen als auch des geborenen Lebens, der Umwelt und der Nachfolgegenerationen.
Erschreckend wurde klar, dass durch Abtreibung, also durch die Hand des Arztes, mehr Menschen umgebracht werden, als natürlicherweise sterben!
Laut WHO sind es 40-60 Millionen pro Jahr. Bei einem Vergleich der häufigsten Todesursachen wurde deutlich, dass die Abtreibung die häufigste Todesursache ist. Mit 500 Mio. in 10 Jahren übersteigt die Zahl der Toten auch bei weitem jene durch Ideologien, wie dem Naziregime mit 55 Mio. und dem Kommunismus mit 138 Mio.
Auch in Europa ist die Abtreibung die Todesursache Nummer 1 mit 1,2 Millionen pro Jahr und damit für den demografischen Niedergang hauptverantwortlich. Die schwerwiegenden Folgen auch für die Frau (Brustkrebs und Postabortionsyndrom PAS) werden weitgehend verschwiegen.
Dr. Ehmann entlarvt auch den häufig verwendeten Slogan "Lieber verhüten als abtreiben" als Lüge, denn Abtreibung ist der Backup für Kontrazeptionsversager und die Kontrazeptionsmaßnahmen selbst führen dazu. Die hormonale Kontrazeption, in welcher Form auch immer (Pille bis Hormonimplantate und Intrauterine device IUD) führt nicht nur zur Ovulationshemmung und Zervixschleimeindickung, sondern  hat durch den Endometrium- und Tubenfaktor, der zur Transport- und Ernährungsstörung des Embryos führt, eine nidationshemmende Wirkung. Um diesem Dilemma zu entgehen hat die "Wissenschaft" kurzerhand die Definitionen geändert und den Begriff der "Konzeption" nicht mit der Empfängnis, bzw. der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle zur Zygote gleichgesetzt, wie bisher üblich und auch logisch, sondern 1965 erstmals mit der Einnistung der befruchteten Eizelle.
Damit ist der Mensch die ersten 14 Tage nach der Befruchtung schutzlos.
Mit dem Embryo Destruction Index = EDI hat B. Bayle 1994 eine pillenbedingte Embryonenvernichtung von 3,2 bis 11,4 Millionen pro Jahr errechnet.
Nidationshemmend ist auch die "Pille danach", denn, um ovulationshemmend wirken zu können, müsste sie bis zu 3 Tage vor der Ovulation eingenommen werden! Nicht nur die Frauen, auch die ärzte werden für dumm gehalten, wenn sie dahingehend informiert werden, dass sie nicht frühabtreibend ist!
Mit erschreckenden Zahlen belegte Dr. Ehmann auch wie embryonenverbrauchend die Sterilitätsbehandlung (assisted reproductive technologies ART) ist und welche gravierenden Komplikationen, einschließlich Missbildungen, auftreten, die aber kaum zur Publikation gelangen. Da auf eine IVF (In Vitro Fertilisation) - Geburt mindestens 20 vernichtete Embryonen kommen, bedeutet dies bei 3 Mio Geburten x 20:  60 Mio vernichtete Embryonen!
Die Bedrohungen betreffen auch das geborene Leben.
Die Pille als Cortisonderivat ist infektionsfördernd. Die Zunahme von Sexually Transmitted Deseases STDs unter den jungen Menschen ist alarmierend. Bereits die erste Adnexitis (Eileiterentzündung) schränkt die Fruchtbarkeit massiv ein! So wird die Sterilität gefördert und in der Folge die IVF gefordert...: wie prophetisch wirken hier die Worte von C.S. Lewis: "Wir kastrieren und fordern Fruchtbarkeit von den Verschnittenen."
Die WHO stellt 2005 klar fest: Orale Kontrazeptiva sind karzinogen für: Portio, Mamma, Leber!
Ca. 120 Stoffwechselvorgänge werden beeinflusst und verändert. Psychische Störungen bis zu einer doppelt so hohen Selbstmordrate werden verzeichnet. Libidoverlust u.v.m.
Die Bedrohungen auch der Umwelt durch Hormone im Grundwasser mit zunehmender Unfruchtbarkeit - nicht nur der Fische. Auch die Spermienanzahl der Männer wurde drastisch reduziert! Besonders gefährlich ist das Ethinylestradiol EE, das im Trinkwasser nachweisbar ist und als ein endokriner Disruptor fungiert, der auch die Plazentaschranke durchbricht.  Es führt zu Zwitterbildungen, Änderung der natürlichen Physiologie (bei Weibchen und Männchen) und auch des Geschlechterverhaltens.
Das Thromboserisiko durch die Pille (einschließlich Herzinfarkt und Schlaganfälle) ist nicht wegzudiskutieren. Und die Mortalitätsrate ist beachtlich. Trotz über 200 Todesfälle allein in Deutschland pro Jahr ist die Pille aber immer noch im Handel!!!! Jedes andere Medikament wäre längst aus dem Verkehr gezogen.
Es wurde deutlich, dass die kontrazeptive Mentalität zum moralischen Niedergang führt, der der Abschaffung des Menschseins entspricht.
Die katastrophalen Folgen bestätigen den Wahrheitsgehalt der prophetischen Enzyklika "Humanae Vitae" von Papst Paul VI., den Dr. Ehmann mit den Worten unterstreicht:
"Sie hatte recht, hat recht und wird recht behalten"
Und was ist der Ausweg aus dem Dilemma? Eine Änderung des Sexualverhaltens ist dringlich. Der schöpfungsgemäße Sinn und Auftrag der Sexualität des Menschen - "nach seinem Ebenbild geschaffen" -  muss wieder neu bewusst werden. In der NER sind wir auf dem richtigen Weg. Dr. Ehmann darf nicht ein einsamer Rufer in der Wüste bleiben. Wir alle sind verpflichtet, seine Botschaft zu verbreiten.

Ein weiterer Schwerpunkt im Fachprogramm waren "Zyklusaufzeichnungen in vielen Variationen" von Elisabeth Rötzer
Elisabeth brachte mit spannenden Zyklusbeispielen sogar die Experten unter uns noch zum Schwitzen, insbesondere mit dem "non menstrual biphasic cycle".
Es wurde uns wieder einmal klar, wie wichtig die für die Gültigkeit des Zertifikats geforderte regelmäßige Fortbildung ist.
Ganz im Stile ihres Vaters schaffte es Elisabeth, anhand eines einzigen Zyklusbeispiels die Auswertung Schritt für Schritt zu erarbeiten und sämtliche Regeln zu erklären.
Bei absoluter Kontraindikation, d.h. wenn eine Schwangerschaft z.B. krankheitsbedingt, sicher vermieden werden muss, rief Elisabeth zu besonderer Sorgfalt in der Beobachtung und Exaktheit in der Auswertung auf. Keine andere Methode gewährleistet diese 100-prozentige Zuverlässigkeit, wie sie die NER durch die, von Prof. Rötzer speziell entwickelten Regeln, garantiert, nicht einmal die Sterilisation. Sie ist also auch rein medizinisch ein Segen! Das Geschenk der sicher unfruchtbaren Zeit ist ein Geschenk Gottes. Das genaue Erlernen der Regeln ist zwingend. Also hier keine vereinfachte Vorgangsweise, sondern vollständige Aufzeichnungen einfordern und in ständiger Beratung bleiben!
Elisabeth warnte auch vor so mancher in der Literatur immer noch kursierenden Falschmeldung, wie z.B. "Eisprung am 14. Tag" oder "am Temperaturtiefpunkt", die endlich "aus den Köpfen heraus" sollte, um nicht überraschende Schwangerschaften zu provozieren! Damit letzteres nicht passiert, wies sie auf die Pflichtlektüre, bzw. das Arbeitsbuch der Multiplikatoren hin, das sie zusammen mit ihrem Vater geschrieben hat:
"Die Frau und ihr persönlicher Zyklus". Von der Vorpubertät bis in die Wechseljahre.  
W. und K. Gabathuler samt ihren Söhnen haben dieses Standardwerk, das beim Herderverlag erschienen und vergriffen war, in Eigenregie unter großem persönlichem und unbezahlbarem Einsatz neu aufgelegt. Zahlreiche Nachtdienste waren nötig, damit es gerade noch rechtzeitig zu Prof. Rötzers Geburtstagsfeier erscheinen konnte. Es erstrahlt nun in neuem Glanz, übersichtlich gestaltet, mit modernem Layout und sollte eigentlich in keiner gynäkologischen Praxis fehlen, sind darin doch die Ergebnisse jahrzehntelanger Zyklusforschung verewigt.

Auch ein weiteres, ebenfalls noch rechtzeitig zum Jubiläum erschienenes Büchlein fand reißenden Absatz:
Ganz Mann sein. Natürliche Empfängnisregelung aus der Sicht eines Mannes von Hubert Weißenbach. Zusammen mit seiner Frau Margret, die darin das Kapitel "Aus der Sicht der Frau" geschrieben hat, gab er in einem Vortrag Einblick in das Buch.
NER ist eine Schule der Liebe auch zu sich selbst. Sie zeigt in der Praxis, wie man sich selbst und den anderen ganz annehmen kann. Die Frau muss sich nicht chemisch verändern, sondern darf und soll ganz Frau sein. Die bei NER nötige enthaltsame Zeit im Zyklus ist nicht  eine Zeit ohne Liebe, sondern sie wird gemeinsam gestaltet, damit daraus eine gute Woche mit viel Kreativität entsteht. Sie kann wie ein Jungbrunnen der Liebe sein und ist wertvoll, damit sich nicht Gewohnheit im Ehe-Alltag einstellt. "Einer Zeit des Werbens folgt eine Zeit der Hingabe." Der liebe Gott hat den Zyklus wunderbar gestaltet!

Es wurden auch noch weitere Bücher vorgestellt:
Wilma Lerchen zeigte ein ansprechendes Büchlein "Liebe wählt aus", das sie als Orientierung für die Jugend, die heute unter einem ernormen gesellschaftlichen Druck steht, geschrieben hat.
David Prentis ermutigte uns es ihm nachzumachen, bzw. ebenfalls schriftstellerisch tätig zu werden. Seine Broschüre "Created for fruitful love", bzw. "Liebe nach dem Plan Gottes", die er zusammen mit seiner Frau verfasst hat, fand große Verbreitung beim Weltjugendtreffen in Sydney.

Bischof Dr. Elmar Fischer
Als Gründer der Eheberatung in der Diözese Vorarlberg 1970 beschäftigte ihn besonders das Thema: wie können wir in der Beziehung dem menschlichen Standard, bzw. den Grundbedürfnissen des Menschen nach Anerkennung und Wertschätzung entsprechen. In der NER sah er diese erfüllt und er dankte Prof. Rötzer, dass er durch die Entwicklung der NER das Zitat "wenn die kirchliche Lehre wahr ist, muss sie auch lebbar sein" bewiesen hat.
Er sprach auch Papst Paul VI, als er anlässlich seines Rombesuches vor kurzem sein Grab besuchte, seinen Dank aus für die Enzyklika Humanae vitae, denn: "sie tut dem Paar und der Gesellschaft gut". Ihre Nichtbefolgung in den letzten 40 Jahren ließ die Scheidungszahlen rasant steigen und die Kinderzahl drastisch sinken. Hingegen ergab eine 2008 veröffentlichte Studie über Paare, die mit NER leben, ein sehr positives Ergebnis. Der Bischof rief uns auf, diese Erkenntnisse vermehrt zu verbreiten.

Dr. Michaela und Dr. Walter Rhomberg stellten dann diese, von ihnen durchgeführte, Studie zur Anwendung der Natürlichen Empfängnisregelung und ihres möglichen Einflusses auf Ehe und Familie vor. Auf Anregung von Weihbischof Laun und Bischof Fischer wurde im Juli 2008 eine Umfrage unter den Mitgliedern von INER durchgeführt. Fragebögen mit je 14 Fragen wurden an 1131 INER Mitglieder in Deutschland, Österreich, Schweiz und Italien (Region Südtirol) geschickt. Die Antworten zeigten bei der Mehrheit der Befragten, dass NER die Kommunikation und den gegenseitigen Respekt unter den Eheleuten fördert, Stabilität in die Ehe bringt und das Familienleben verschönert. Sie ist mit einer deutlich niedrigeren Scheidungsrate (3%) verbunden. Die periodische Enthaltsamkeit wurde positiv bewertet, weil sie die Freude an der Sexualität unter den Ehegatten zu erhalten scheint. Die Studie beweist einmal mehr die Vorteile der NER, die ein Pflichtthema bei Ehe-Vorbereitungskursen sein sollte.

Birgit und Corbin Gams zeigten als Ehepaar in ihrem wunderbaren Vortrag über die "Theologie des Leibes", wie eng diese mit NER und Humanae Vitae zusammenhängt.
Papst Johannes Paul II sah die Verbreitung dieser Lehre, die er im Buch Liebe und Verantwortung. Die Sexualmoral der katholischen Kirche veröffentlicht hat, als eine seiner Hauptaufgaben an. Die Theologie des Leibes bringt ein neues Verständnis für unsere Geschlechtlichkeit. In unserem Leib als Mann und Frau erkennen wir etwas von Gott. Wir sind als sein Ebenbild geschaffen. Die Bibel vergleicht die Einheit Gottes mit den Menschen mit der Liebesvereinigung zwischen Mann und Frau. Das Hohelied der Liebe ist eine Liebesgeschichte zwischen Gott und der Seele des Menschen. Damit die Ehe Bestand hat und mit Freude erfüllt ist, müssen die Paare nachdenken, welchen Plan Gott mit ihnen hat und diesem Plan dann folgen. Der Weg zum Glück liegt nicht in der Selbstverwirklichung, sondern in der Selbsthingabe. Der Mensch ist ja nicht die Ursache seiner selbst, sondern er findet sich, indem er sich zum Geschenk für den anderen macht. So kann die Ehe zum Vorgeschmack des Himmels werden. M. Teresa hat dieses Buch in jedem ihrer Häuser stehen, denn damit kann sie Hinduisten, Moslems und Buddhisten die Sexualmoral erklären.

Elisabeth Rötzer las die Grußbotschaft ihres Vaters, der aus gesundheitlichen Gründen leider nicht persönlich bei der Feier dabei sein könnte.
Eindringlich empfahl uns darin Herr Prof. Rötzer die Zyklusbeobachtung und betonte ihre enorme Bedeutung für die Annahme des Frauseins. Sie sollte ein zentraler Lehrinhalt bei INER sein und auch als Unterrichtsstoff in die Ausbildung aller Mädchen aufgenommen werden. Die Zyklusbeobachtung ist nicht nur zur Regelung der Empfängnis notwendig, sondern die absichtslose Wahrnehmung des Zyklus führt zum Erkennen des Wunders der Schöpfung und damit zum Glauben an Gott.
Er drückte seine Freude darüber aus, dass über 200 Delegierte aus 11 Nationen (Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien und Südtirol, Kroatien, Ungarn, Polen, Rumänien, Tschechien, Ukraine und Paraguay) gekommen sind, um ihm zu gratulieren und bestärkte uns in der Zuversicht, dass sich die Idee weiter ausbreiten wird.

Zugleich ging ein herzlicher Dank und großer Applaus an die langjährige Mitarbeiterin und bekannte NER Referentin Maria Prügl, die in diesen Tagen die Betreuung Herrn Prof. Rötzers übernommen hat, damit Elisabeth sich ganz dem Kongress widmen konnte.

Weihbischof Dr. Andreas Laun sprach ergreifende Grußworte zur Abendveranstaltung. Er betonte, wie sehr er Herrn Prof. Rötzer verehrt in seiner Menschlichkeit und als Wissenschaftler, als einen, "der eine Berufung von Gott bekommen hat und diese bewundernswert gelebt hat". Er zog Parallelen zum Hl. Josef, dem ein Engel im Schlaf den rechten Weg gewiesen hat. So einen Engel hatte auch Prof. Rötzer in Form seiner Gemahlin, Margret.
Er wies darauf hin, dass auch Prof. Rötzer unter dem Prophetenschicksal viel zu leiden hatte, dass er aber dennoch eine geradezu unglaubliche Treue zur Kirche bewahrt hat.
"Ich bin dankbar, dass ich ihn einen Freund nennen darf!".

Magdalena Schuster: Ein Göttlicher Ruf, ein Logos, wird beantwortet. Gedanken zur Biographie von Prof. Rötzer
Als Logotherapeutin zog Frau Schuster Parallelen zu der von V. Frankl entwickelten Lehre. Sie hatte die Ehre, die Biographie von Prof. Rötzer selbst diktiert zu bekommen.
Das ganze Leben Prof. Rötzers war von Gottes Hand geführt!
"Auf jeden Menschen wartet eine sinnvolle Aufgabe, ein Göttlicher Ruf - ein Logos. Der Mensch hat die Fähigkeit Sinn in der Welt zu erkennen". Prof. Rötzer befolgte den Göttlichen Ruf kompromisslos und scheute auch Verleumdung und Missachtung nicht, wenn es darum ging der Wahrheit treu zu bleiben.
In der ganzen Schulzeit ging er als Klassenbester hervor und auch das Studium absolvierte er mit höchsten Auszeichnungen. Er wollte zunächst Jesuit werden und Theologie studieren. Doch kam die Wehrmacht dazwischen und er wurde 1938 zum Polenfeldzug einberufen. Er nahm die Bibel mit und als sein Chef bemerkte, dass er katholisch war und damit Gefahr bestand, dass er Soldaten beeinflusste, wurde er strafversetzt von Polen nach Linz und dann nach Wels. Durch eine glückliche Fügung konnte er Medizin studieren. Beim Dienst im Lazarett lernte er seine Frau Margareta kennen und nach Beendigung des Krieges 1945 wurde Hochzeit gefeiert. Es kamen nacheinander 5 Kinder zur Welt 2 Mädchen und 3 Buben, die alle den zweiten Vornamen "Maria" bekamen, als Dank an die Gottesmutter. Prof. Rötzer wurde Amtsarzt in Vöcklabruck. Als ihm 1951 Pater Felix Löwe ein Prospekt über ein Frauenthermometer, das dieser auf der Frühjahrsmesse in Wien entdeckt hatte, schickte, folgte er seinem Rat: "Damit musst Du Dich beschäftigen!" Josef und Margareta erkannten, dass die neuen Möglichkeiten der Zeitwahl lebbar sind. Seine Studien darüber machten ihn zum begehrten Referenten. Die Moraltheologen aber trauten der NER nicht. In Deutschland wurden daher die Türen zugeschlagen, dafür öffneten sich jene nach Amerika, wo er seine Forschungen fortsetzte. Ab dann bekam er laufend Einladungen nach Übersee, Hongkong, Neuseeland, Japan, Taiwan usw. Bei der Weltbischofssynode 1980 konnte er Gespräche mit Papst Johannes Paul II. und auch mit Mutter Teresa führen, die ihm erzählte, dass ihre Schwestern den Ärmsten der Armen die Natürliche Empfängnisregelung mit so großem Erfolg lehrten, dass der Staat keine Sterilisierung mehr forderte.
Nach diesem kleinen Einblick in seine Lebensgeschichte versprach Frau Schuster, dass seine Biographie bald erscheinen wird.

Domherr Christoph Casetti gab einen eindrucksvollen Überblick über 130 Jahre Ringen um die NER. Der Widerstreit der Meinungen auf der Suche nach Wahrheit wurde für uns buchstäblich erlebbar, aber auch das Wirken des Hl. Geistes. Da aber jedes Ereignis in diesem "Ringen" wichtig erscheint und eine vollständige Wiedergabe der Entwicklung den Rahmen dieses Berichtes sprengen würde, verweise ich auf das Buch Geheimnis ehelicher Liebe. Humanae Vitae - 40 Jahre danach von Christoph Casetti und Maria Prügl. Darin sind die Daten und Fakten sorgfältig recherchiert und chronologisch aufgelistet. Eine wahre Fundgrube und ein wichtiges Nachschlagewerk!

Bei der Abendveranstaltung zur Feier des Jubiläums berichteten die Delegationen aus Italien, Paraguay, Polen und der Ukraine über schier unglaubliche Wundergeschichten, wie es zur Verbreitung der NER in ihren Ländern kam. Zum ersten Mal bei einem INER Kongress kam eine Vertretung aus der Ukraine. Wir konnten nur staunen, was das polnische Ehepaar Gilewicz in kurzer Zeit in der Stadt Dubno in der Westukraine bewegen konnte: Dank der begeisterten Mitarbeit des Direktors des "Mutter und Kind Krankenhauses", des Dekans und der Direktorin des Medizinischen Collegiums wurden NER-Lehrgänge in die Ausbildung der Studenten und des medizinischen Personals aufgenommen. Wir freuten uns sehr, gemeinsam mit ihnen den Geburtstag Prof. Rötzers feiern zu können.
Von ganz weit her kamen auch das Ehepaar Estela und Diethard Röttger, die über ihren großartigen Einsatz in Paraguay berichteten.
Über die Ausbreitung der NER in Polen, wo Frau Dr. Elzbieta Wojcik, die leider nicht am Kongress teilnehmen konnte, vor Jahren offensichtlich einen wahren Erdrutsch ausgelöst hatte, erzählten uns die INER-Präsidentin Elzbieta Golab und die Ärztin Klaudia Kosmala. NER ist dort inzwischen selbstverständliche Lehre bei jeder Ehevorbereitung, wie wir es uns für Österreich nur erträumen können. Und auch in die Ausbildung des Krankenhauspersonals wurde die NER aufgenommen. Über Internet werden Kurse angeboten und per SMS Zyklen ausgewertet...
Eindrucksvoll war auch INER Italia. Die Präsidentin von INER Italia, Giancarla Stevanella, und der theologische Assistent von INER Italia, Don Gino Zampieri, waren mit der größten Gruppe an Mitgliedern angereist. Wir bewunderten ihr Engagement, aber auch ihren Schwung und Charme.

Dann nahm Elisabeth die mit Liebe ausgewählten Geburtstagsgeschenke entgegen. Die kostbare Ikone der Madonna von Tschenstochau, ein Geschenk von INER Polen, schmückt nun das neue INER-Büro in Vöcklabruck. Es geht bestimmt von dort viel Segen aus!

Anschließend wurde der Unterhaltungsteil eröffnet. Wir wurden verwöhnt mit Gedichten, Sketches (das Schauspieltalent von Ehepaar Kastner wurde entdeckt) und mit den musikalischen Darbietungen von zwei jungen begabten Künstlern, von Ana Turkalj am Cello und Stephan Kroboth am Keyboard. Ein geradezu umwerfendes Organisationstalent bewies Frau Simone Eck, die, ungeachtet der sprachlichen Barrieren, in kurzer Zeit einen prächtigen Chor hervorzauberte mit Sängern aus verschiedenen Nationen. Sie beeindruckten mit INER Songs und ernteten tosenden Applaus.

Nicht vergessen sollten die Arbeitskreise werden, die heuer erstmals am Kongress angeboten wurden. Sie waren ein voller Erfolg und wurden von den Teilnehmern mit Begeisterung angenommen. Da die vier Arbeitskreise parallel liefen, konnte ich nur einen besuchen. Die Wahl fiel schwer, denn alle klangen vielversprechend:
Arbeitskreis 1: Musikgruppe, die den gesamten Kongress musikalisch begleitete unter der Leitung von Simone Eck
Arbeitskreis 2: Öffentlichkeitsarbeit - Homepage unter der Leitung von Margaretha und Georg Feßlmeier
Arbeitskreis 3: NER und Kinderwunsch, online Beratung, unter der Leitung von Claudia Breitenfellner
Arbeitskreis 4: TeenSTAR - wertorientierte Sexualpädagogik zur Persönlichkeitsbildung für junge Menschen unter der Leitung von Elisabeth Pesahl.
Im Anschluss daran wurde das TeenSTAR - Pilotprojekt von Annett Arnold vorgestellt: Das Kidsprogramm für unsere jungen Mädchen. Das Pilotprojekt "Ich und mein Körper - Sternstunden für Mädchen" für 9- bis 11-Jährige stellte sich von seiner praktischen Seite dar.
All diese wunderbaren Jugend-Initiativen lassen uns hoffnungsvoll in die Zukunft blicken!

Ich wählte das Kinderwunschforum. Ich kann der Referentin Frau Dr. Claudia Breitenfellner nur sehr herzlich zu ihrem unglaublichen Engagement gratulieren. Sie hat uns einen Einblick gegeben in das vielfältige Angebot ihrer online - Beratung, die von Leuten aus der ganzen Welt (China, Alaska, Australien usw.) benutzt wird. Ihre Kompetenz war beeindruckend. Auch online - Kurse hat die EDV Spezialistin kreiert.
Wir hoffen auf Fortsetzung beim nächsten Kongress!

Und wer hat all dies auf die Beine gebracht? Elisabeth Rötzer! Sie hat den Kongress vorbereitet und organisiert, einschließlich Büchertische, Abholdienste, Warentransporte, Kinderhüte, Einladungen von VIPs usw. Da die Anmeldungen sich zuletzt überschlugen und das Bildungshaus bereits pumpvoll war, musste sie auch noch die ganze Umgebung nach preisgünstigen Übernachtungsmöglichkeiten absuchen. Und dies nebst all dem was sonst noch läuft inklusive der Pflege ihres Vaters. Danke Elisabeth! Der Himmel möge es Dir lohnen!

Nun sind wir schon gespannt auf den nächsten Kongress, der in der Bodenseeregion stattfinden wird. Dann wird das silberne Jubiläum gefeiert!
Wir laden alle Interessierten herzlich ein zum:

25. INER-Kongress mit Mitgliederversammlung 2011
vom Freitag 29. April, bis Sonntag, 1. Mai 2011.
im Tagungshaus des Klosters Brandenburg, D-89165 Dietenheim-Regglisweiler
Siehe auch http://iner.org/mgv/kongress-vorankuendigung-2011.shtml

Bericht von Dr. med. Gertraud Weggemann