Der 24. Internationale INER Kongress stand ganz im Zeichen seines
Gründers, Prof. Dr. J. Rötzer. Er gilt als Vater
bzw. Entdecker der sympto-thermalen Methode der Natürlichen
Empfängnisregelung (NER), die wissenschaftlich als die
zuverlässigste anerkannt ist. Anlässlich
seines 90. Geburtstages wurde sein Lebenswerk in einem feierlichen
Festakt gewürdigt.
Aus Begeisterung und Dankbarkeit über seine Erkenntnisse waren
über 200 Delegierte aus 11 Nationen herbeigeströmt. Im ganzen
Kongress herrschte eine knisternde Aufbruchstimmung.
Das Programm war bunt gemischt mit Fachvorträgen, Zyklusaufzeichnungen
in vielen Variationen, Workshops, Buchpräsentationen, Festreden,
humorvollen Unterhaltungseinlagen und musikalischen Darbietungen von
jungen Künstlern. Durch das dicht gedrängte Programm führte
souverän Walter Gabathuler, der zusammen mit seiner
Frau, zum Fundament, bzw. zu den tragenden Säulen von INER gehört.
Nichts brachte ihn aus der Ruhe, hatte er es doch auch geschafft, die
9-stündige Verzögerung, die ihm vor kurzem durch den Vulkanausbruch
auf einer Berufsreise aufgezwungen worden war, dazu zu nützen, in
letzter Minute noch für den Kongress eine lustige INER - Diashow
zusammenzustellen: das Publikum bog sich vor Lachen! Sein humoristisches
Talent, medizinische Abkürzungen umzudeuten und mit ganz anderen
Begriffen zu assoziieren, war umwerfend.
Dr. Rudolf Ehmann eröffnete das Fachprogramm mit dem Hauptvortrag:
Die Abschaffung des Menschen durch Reproductive Health Care? Folgen
der kontrazeptiven Mentalität
Der Schweizer Gynäkologe, früher Chefarzt im KH Stans, derzeit
Leiter eines Krankenhauses in Afrika, das er nach seiner Pensionierung
gegründet hat, war vielen Teilnehmern schon als brillanter Referent
bekannt. Wiederum beeindruckte er durch seine Gesamtschau der
Zusammenhänge. Mit zunehmender Beklemmung folgten die Hörer
seinen Ausführungen, die das ungeheure Ausmaß der
Lebensvernichtung
durch die Verhütungsmentalität aufdeckten. Das Fragezeichen
im Titel seines Vortrags schien eher durch ein Rufzeichen ersetzt zu
gehören!
Dr. Ehmann zog Parallelen zwischen der heutigen Reproduktionsmedizin und
den bereits 1943(!) in Oxford gehaltenen Vorlesungen von C. S. Lewis mit
dem Thema "Die Abschaffung des Menschen", dessen Thesen prophetisch anmuten
und heute in bedrohlicher Weise in Umsetzung begriffen sind. Wenn der
Mensch als Geschöpf sich selbst zum Schöpfer überhebt, so
ist er seinen "irrationalen Impulsen" ausgeliefert.
Die "reproductive healthcare", die das ganze Gebiet der
Fortpflanzung umfasst mit dem Ziel des sexuellen Wohlbefindens ist
gleichzeitig auch ein Codewort für Abtreibung. Unter
reproduktive medicine sind nicht nur sämtliche medizinischen
Errungenschaften zur Erreichung einer Schwangerschaft, sondern auch
sämtliche Kontrazeptionsmaßnahmen, einschließlich der
Abtreibung gemeint. Davon leiten sich die reproductive rights ab,
die den freien Zugang dazu garantieren sollen.
Diese Entwicklung führt auf vielfältige Weise zu
Bedrohungen sowohl des ungeborenen als auch des geborenen
Lebens, der Umwelt und der Nachfolgegenerationen.
Erschreckend wurde klar, dass durch Abtreibung, also durch die Hand des
Arztes, mehr Menschen umgebracht werden, als natürlicherweise
sterben!
Laut WHO sind es 40-60 Millionen pro Jahr. Bei einem Vergleich der
häufigsten Todesursachen wurde deutlich, dass die Abtreibung die
häufigste Todesursache ist. Mit 500 Mio. in 10 Jahren
übersteigt die Zahl der Toten auch bei weitem jene durch Ideologien,
wie dem Naziregime mit 55 Mio. und dem Kommunismus mit 138 Mio.
Auch in Europa ist die Abtreibung die Todesursache Nummer 1 mit
1,2 Millionen pro Jahr und damit für den demografischen Niedergang
hauptverantwortlich. Die schwerwiegenden Folgen auch für die Frau
(Brustkrebs und Postabortionsyndrom PAS) werden weitgehend verschwiegen.
Dr. Ehmann entlarvt auch den häufig verwendeten Slogan "Lieber
verhüten als abtreiben" als Lüge, denn Abtreibung ist der Backup
für Kontrazeptionsversager und die Kontrazeptionsmaßnahmen
selbst führen dazu. Die hormonale Kontrazeption, in welcher Form auch
immer (Pille bis Hormonimplantate und Intrauterine device IUD) führt
nicht nur zur Ovulationshemmung und Zervixschleimeindickung, sondern hat
durch den Endometrium- und Tubenfaktor, der zur Transport-
und Ernährungsstörung des Embryos führt, eine
nidationshemmende Wirkung. Um diesem Dilemma zu entgehen hat die
"Wissenschaft" kurzerhand die Definitionen geändert und den Begriff
der "Konzeption" nicht mit der Empfängnis, bzw. der Verschmelzung
von Ei- und Samenzelle zur Zygote gleichgesetzt, wie bisher üblich
und auch logisch, sondern 1965 erstmals mit der Einnistung der
befruchteten Eizelle.
Damit ist der Mensch die ersten 14 Tage nach der Befruchtung
schutzlos.
Mit dem Embryo Destruction Index = EDI hat B. Bayle 1994 eine
pillenbedingte Embryonenvernichtung von 3,2 bis 11,4 Millionen pro Jahr
errechnet.
Nidationshemmend ist auch die "Pille danach", denn, um ovulationshemmend
wirken zu können, müsste sie bis zu 3 Tage vor der
Ovulation eingenommen werden! Nicht nur die Frauen, auch die ärzte
werden für dumm gehalten, wenn sie dahingehend informiert werden,
dass sie nicht frühabtreibend ist!
Mit erschreckenden Zahlen belegte Dr. Ehmann auch wie embryonenverbrauchend
die Sterilitätsbehandlung (assisted reproductive technologies ART) ist
und welche gravierenden Komplikationen, einschließlich Missbildungen,
auftreten, die aber kaum zur Publikation gelangen. Da auf eine IVF
(In Vitro Fertilisation) - Geburt mindestens 20 vernichtete Embryonen
kommen, bedeutet dies bei 3 Mio Geburten x 20: 60 Mio vernichtete
Embryonen!
Die Bedrohungen betreffen auch das geborene Leben.
Die Pille als Cortisonderivat ist infektionsfördernd. Die
Zunahme von Sexually Transmitted Deseases STDs unter den jungen Menschen
ist alarmierend. Bereits die erste Adnexitis (Eileiterentzündung)
schränkt die Fruchtbarkeit massiv ein! So wird die Sterilität
gefördert und in der Folge die IVF gefordert...: wie prophetisch
wirken hier die Worte von C.S. Lewis: "Wir kastrieren und fordern
Fruchtbarkeit von den Verschnittenen."
Die WHO stellt 2005 klar fest: Orale Kontrazeptiva sind karzinogen
für: Portio, Mamma, Leber!
Ca. 120 Stoffwechselvorgänge werden beeinflusst und verändert.
Psychische Störungen bis zu einer doppelt so hohen Selbstmordrate
werden verzeichnet. Libidoverlust u.v.m.
Die Bedrohungen auch der Umwelt durch Hormone im Grundwasser
mit zunehmender Unfruchtbarkeit - nicht nur der Fische. Auch die
Spermienanzahl der Männer wurde drastisch reduziert! Besonders
gefährlich ist das Ethinylestradiol EE, das im Trinkwasser nachweisbar ist
und als ein endokriner Disruptor fungiert, der auch die Plazentaschranke
durchbricht. Es führt zu Zwitterbildungen, Änderung der
natürlichen Physiologie (bei Weibchen und Männchen) und auch des
Geschlechterverhaltens.
Das Thromboserisiko durch die Pille (einschließlich Herzinfarkt und
Schlaganfälle) ist nicht wegzudiskutieren. Und die Mortalitätsrate
ist beachtlich. Trotz über 200 Todesfälle allein in Deutschland pro
Jahr ist die Pille aber immer noch im Handel!!!! Jedes andere Medikament
wäre längst aus dem Verkehr gezogen.
Es wurde deutlich, dass die kontrazeptive Mentalität zum moralischen
Niedergang führt, der der Abschaffung des Menschseins entspricht.
Die katastrophalen Folgen bestätigen den Wahrheitsgehalt der
prophetischen Enzyklika "Humanae Vitae" von Papst Paul VI., den
Dr. Ehmann mit den Worten unterstreicht:
"Sie hatte recht, hat recht und wird recht behalten"
Und was ist der Ausweg aus dem Dilemma? Eine Änderung des
Sexualverhaltens ist dringlich. Der schöpfungsgemäße Sinn
und Auftrag der Sexualität des Menschen - "nach seinem Ebenbild
geschaffen" - muss wieder neu bewusst werden. In der NER sind wir auf
dem richtigen Weg. Dr. Ehmann darf nicht ein einsamer Rufer in der
Wüste bleiben. Wir alle sind verpflichtet, seine Botschaft zu
verbreiten.
Ein weiterer Schwerpunkt im Fachprogramm waren "Zyklusaufzeichnungen
in vielen Variationen" von Elisabeth Rötzer
Elisabeth brachte mit spannenden Zyklusbeispielen sogar die Experten unter
uns noch zum Schwitzen, insbesondere mit dem "non menstrual biphasic cycle".
Es wurde uns wieder einmal klar, wie wichtig die für die
Gültigkeit des Zertifikats geforderte regelmäßige
Fortbildung ist.
Ganz im Stile ihres Vaters schaffte es Elisabeth, anhand eines einzigen
Zyklusbeispiels die Auswertung Schritt für Schritt zu erarbeiten und
sämtliche Regeln zu erklären.
Bei absoluter Kontraindikation, d.h. wenn eine Schwangerschaft z.B.
krankheitsbedingt, sicher vermieden werden muss, rief Elisabeth zu
besonderer Sorgfalt in der Beobachtung und Exaktheit in der Auswertung auf.
Keine andere Methode gewährleistet diese 100-prozentige
Zuverlässigkeit, wie sie die NER durch die, von Prof. Rötzer
speziell entwickelten Regeln, garantiert, nicht einmal die Sterilisation.
Sie ist also auch rein medizinisch ein Segen! Das Geschenk der sicher
unfruchtbaren Zeit ist ein Geschenk Gottes. Das genaue Erlernen der Regeln
ist zwingend. Also hier keine vereinfachte Vorgangsweise, sondern
vollständige Aufzeichnungen einfordern und in ständiger Beratung
bleiben!
Elisabeth warnte auch vor so mancher in der Literatur immer noch
kursierenden Falschmeldung, wie z.B. "Eisprung am 14. Tag" oder "am
Temperaturtiefpunkt", die endlich "aus den Köpfen heraus" sollte,
um nicht überraschende Schwangerschaften zu provozieren! Damit
letzteres nicht passiert, wies sie auf die Pflichtlektüre, bzw.
das Arbeitsbuch der Multiplikatoren hin, das sie zusammen mit
ihrem Vater geschrieben hat:
"Die Frau und ihr persönlicher Zyklus". Von der Vorpubertät
bis in die Wechseljahre.
W. und K. Gabathuler samt ihren Söhnen haben dieses
Standardwerk, das beim Herderverlag erschienen und vergriffen war, in
Eigenregie unter großem persönlichem und unbezahlbarem Einsatz
neu aufgelegt. Zahlreiche Nachtdienste waren nötig, damit es gerade
noch rechtzeitig zu Prof. Rötzers Geburtstagsfeier erscheinen konnte.
Es erstrahlt nun in neuem Glanz, übersichtlich gestaltet, mit modernem
Layout und sollte eigentlich in keiner gynäkologischen Praxis fehlen,
sind darin doch die Ergebnisse jahrzehntelanger Zyklusforschung
verewigt.
Auch ein weiteres, ebenfalls noch rechtzeitig zum Jubiläum erschienenes
Büchlein fand reißenden Absatz:
Ganz Mann sein. Natürliche Empfängnisregelung aus der Sicht
eines Mannes von Hubert Weißenbach. Zusammen mit seiner
Frau Margret, die darin das Kapitel "Aus der Sicht der Frau"
geschrieben hat, gab er in einem Vortrag Einblick in das Buch.
NER ist eine Schule der Liebe auch zu sich selbst. Sie zeigt in der Praxis,
wie man sich selbst und den anderen ganz annehmen kann. Die Frau muss sich
nicht chemisch verändern, sondern darf und soll ganz Frau sein. Die
bei NER nötige enthaltsame Zeit im Zyklus ist nicht eine Zeit ohne
Liebe, sondern sie wird gemeinsam gestaltet, damit daraus eine gute Woche
mit viel Kreativität entsteht. Sie kann wie ein Jungbrunnen der Liebe
sein und ist wertvoll, damit sich nicht Gewohnheit im Ehe-Alltag einstellt.
"Einer Zeit des Werbens folgt eine Zeit der Hingabe." Der liebe Gott hat
den Zyklus wunderbar gestaltet!
Es wurden auch noch weitere Bücher vorgestellt:
Wilma Lerchen zeigte ein ansprechendes Büchlein
"Liebe wählt aus", das sie als Orientierung für die Jugend,
die heute unter einem ernormen gesellschaftlichen Druck steht, geschrieben
hat.
David Prentis ermutigte uns es ihm nachzumachen, bzw. ebenfalls
schriftstellerisch tätig zu werden. Seine Broschüre "Created for
fruitful love", bzw. "Liebe nach dem Plan Gottes", die er zusammen mit
seiner Frau verfasst hat, fand große Verbreitung beim
Weltjugendtreffen in Sydney.
Bischof Dr. Elmar Fischer
Als Gründer der Eheberatung in der Diözese Vorarlberg 1970
beschäftigte ihn besonders das Thema: wie können wir in der
Beziehung dem menschlichen Standard, bzw. den Grundbedürfnissen des
Menschen nach Anerkennung und Wertschätzung entsprechen. In der NER
sah er diese erfüllt und er dankte Prof. Rötzer, dass er durch die
Entwicklung der NER das Zitat "wenn die kirchliche Lehre wahr ist, muss
sie auch lebbar sein" bewiesen hat.
Er sprach auch Papst Paul VI, als er anlässlich seines Rombesuches
vor kurzem sein Grab besuchte, seinen Dank aus für die Enzyklika
Humanae vitae, denn: "sie tut dem Paar und der Gesellschaft gut". Ihre
Nichtbefolgung in den letzten 40 Jahren ließ die Scheidungszahlen
rasant steigen und die Kinderzahl drastisch sinken. Hingegen ergab eine
2008 veröffentlichte Studie über Paare, die mit NER leben, ein
sehr positives Ergebnis. Der Bischof rief uns auf, diese Erkenntnisse
vermehrt zu verbreiten.
Dr. Michaela und Dr. Walter Rhomberg stellten dann diese, von
ihnen durchgeführte, Studie zur Anwendung der Natürlichen
Empfängnisregelung und ihres möglichen Einflusses auf Ehe und
Familie vor. Auf Anregung von Weihbischof Laun und Bischof Fischer
wurde im Juli 2008 eine Umfrage unter den Mitgliedern von INER
durchgeführt. Fragebögen mit je 14 Fragen wurden an 1131
INER Mitglieder in Deutschland, Österreich, Schweiz und Italien
(Region Südtirol) geschickt. Die Antworten zeigten bei der Mehrheit
der Befragten, dass NER die Kommunikation und den gegenseitigen Respekt
unter den Eheleuten fördert, Stabilität in die Ehe bringt und
das Familienleben verschönert. Sie ist mit einer deutlich niedrigeren
Scheidungsrate (3%) verbunden. Die periodische Enthaltsamkeit wurde
positiv bewertet, weil sie die Freude an der Sexualität unter den
Ehegatten zu erhalten scheint. Die Studie beweist einmal mehr die Vorteile
der NER, die ein Pflichtthema bei Ehe-Vorbereitungskursen sein sollte.
Birgit und Corbin Gams zeigten als Ehepaar in ihrem
wunderbaren Vortrag
über die "Theologie des Leibes", wie eng diese mit NER und
Humanae Vitae zusammenhängt.
Papst Johannes Paul II sah die Verbreitung dieser Lehre, die er im Buch
Liebe und Verantwortung. Die Sexualmoral der katholischen Kirche
veröffentlicht hat, als eine seiner Hauptaufgaben an. Die Theologie
des Leibes bringt ein neues Verständnis für unsere
Geschlechtlichkeit. In unserem Leib als Mann und Frau erkennen wir etwas
von Gott. Wir sind als sein Ebenbild geschaffen. Die Bibel vergleicht die
Einheit Gottes mit den Menschen mit der Liebesvereinigung zwischen Mann
und Frau. Das Hohelied der Liebe ist eine Liebesgeschichte zwischen Gott
und der Seele des Menschen. Damit die Ehe Bestand hat und mit Freude
erfüllt ist, müssen die Paare nachdenken, welchen Plan Gott mit
ihnen hat und diesem Plan dann folgen. Der Weg zum Glück liegt
nicht in der Selbstverwirklichung, sondern in der Selbsthingabe. Der
Mensch ist ja nicht die Ursache seiner selbst, sondern er findet sich,
indem er sich zum Geschenk für den anderen macht. So kann die Ehe zum
Vorgeschmack des Himmels werden. M. Teresa hat dieses Buch in jedem
ihrer Häuser stehen, denn damit kann sie Hinduisten, Moslems und
Buddhisten die Sexualmoral erklären.
Elisabeth Rötzer las die Grußbotschaft ihres
Vaters, der aus gesundheitlichen Gründen leider nicht
persönlich bei der Feier dabei sein könnte.
Eindringlich empfahl uns darin Herr Prof. Rötzer die
Zyklusbeobachtung und betonte ihre enorme Bedeutung für die
Annahme des Frauseins. Sie sollte ein zentraler Lehrinhalt bei INER sein
und auch als Unterrichtsstoff in die Ausbildung aller Mädchen
aufgenommen werden. Die Zyklusbeobachtung ist nicht nur zur Regelung der
Empfängnis notwendig, sondern die absichtslose Wahrnehmung des Zyklus
führt zum Erkennen des Wunders der Schöpfung und damit zum
Glauben an Gott.
Er drückte seine Freude darüber aus, dass über 200 Delegierte
aus 11 Nationen (Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien und
Südtirol, Kroatien, Ungarn, Polen, Rumänien, Tschechien, Ukraine
und Paraguay) gekommen sind, um ihm zu gratulieren und bestärkte uns
in der Zuversicht, dass sich die Idee weiter ausbreiten wird.
Zugleich ging ein herzlicher Dank und großer Applaus an die
langjährige Mitarbeiterin und bekannte NER Referentin
Maria Prügl, die in diesen Tagen die Betreuung Herrn Prof.
Rötzers übernommen hat, damit Elisabeth sich ganz dem Kongress
widmen konnte.
Weihbischof Dr. Andreas Laun sprach ergreifende Grußworte
zur Abendveranstaltung. Er betonte, wie sehr er Herrn Prof. Rötzer
verehrt in seiner Menschlichkeit und als Wissenschaftler, als einen,
"der eine Berufung von Gott bekommen hat und diese bewundernswert
gelebt hat". Er zog Parallelen zum Hl. Josef, dem ein Engel im Schlaf
den rechten Weg gewiesen hat. So einen Engel hatte auch Prof. Rötzer
in Form seiner Gemahlin, Margret.
Er wies darauf hin, dass auch Prof. Rötzer unter dem
Prophetenschicksal viel zu leiden hatte, dass er aber dennoch eine
geradezu unglaubliche Treue zur Kirche bewahrt hat.
"Ich bin dankbar, dass ich ihn einen Freund nennen darf!".
Magdalena Schuster: Ein Göttlicher Ruf, ein Logos, wird beantwortet.
Gedanken zur Biographie von Prof. Rötzer
Als Logotherapeutin zog Frau Schuster Parallelen zu der von V. Frankl
entwickelten Lehre. Sie hatte die Ehre, die Biographie von Prof.
Rötzer selbst diktiert zu bekommen.
Das ganze Leben Prof. Rötzers war von Gottes Hand geführt!
"Auf jeden Menschen wartet eine sinnvolle Aufgabe, ein Göttlicher Ruf
- ein Logos. Der Mensch hat die Fähigkeit Sinn in der Welt zu erkennen".
Prof. Rötzer befolgte den Göttlichen Ruf kompromisslos und
scheute auch Verleumdung und Missachtung nicht, wenn es darum ging der
Wahrheit treu zu bleiben.
In der ganzen Schulzeit ging er als Klassenbester hervor und auch das
Studium absolvierte er mit höchsten Auszeichnungen. Er wollte
zunächst Jesuit werden und Theologie studieren. Doch kam die
Wehrmacht dazwischen und er wurde 1938 zum Polenfeldzug einberufen. Er
nahm die Bibel mit und als sein Chef bemerkte, dass er katholisch war und
damit Gefahr bestand, dass er Soldaten beeinflusste, wurde er strafversetzt
von Polen nach Linz und dann nach Wels. Durch eine glückliche
Fügung konnte er Medizin studieren. Beim Dienst im Lazarett lernte er
seine Frau Margareta kennen und nach Beendigung des Krieges 1945 wurde
Hochzeit gefeiert. Es kamen nacheinander 5 Kinder zur Welt 2 Mädchen
und 3 Buben, die alle den zweiten Vornamen "Maria" bekamen, als Dank an die
Gottesmutter. Prof. Rötzer wurde Amtsarzt in Vöcklabruck. Als
ihm 1951 Pater Felix Löwe ein Prospekt über ein Frauenthermometer,
das dieser auf der Frühjahrsmesse in Wien entdeckt hatte, schickte,
folgte er seinem Rat: "Damit musst Du Dich beschäftigen!"
Josef und Margareta erkannten, dass die neuen Möglichkeiten der
Zeitwahl lebbar sind. Seine Studien darüber machten ihn zum begehrten
Referenten. Die Moraltheologen aber trauten der NER nicht. In Deutschland
wurden daher die Türen zugeschlagen, dafür öffneten sich
jene nach Amerika, wo er seine Forschungen fortsetzte. Ab dann bekam er
laufend Einladungen nach Übersee, Hongkong, Neuseeland, Japan, Taiwan
usw. Bei der Weltbischofssynode 1980 konnte er Gespräche mit Papst
Johannes Paul II. und auch mit Mutter Teresa führen, die ihm
erzählte, dass ihre Schwestern den Ärmsten der Armen die
Natürliche Empfängnisregelung mit so großem Erfolg lehrten,
dass der Staat keine Sterilisierung mehr forderte.
Nach diesem kleinen Einblick in seine Lebensgeschichte versprach Frau
Schuster, dass seine Biographie bald erscheinen wird.
Domherr Christoph Casetti gab einen eindrucksvollen Überblick
über 130 Jahre Ringen um die NER. Der Widerstreit der
Meinungen auf der Suche nach Wahrheit wurde für uns buchstäblich
erlebbar, aber auch das Wirken des Hl. Geistes. Da aber jedes Ereignis
in diesem "Ringen" wichtig erscheint und eine vollständige Wiedergabe
der Entwicklung den Rahmen dieses Berichtes sprengen würde, verweise
ich auf das Buch Geheimnis ehelicher Liebe. Humanae Vitae - 40 Jahre
danach von Christoph Casetti und Maria Prügl. Darin sind die Daten
und Fakten sorgfältig recherchiert und chronologisch aufgelistet. Eine
wahre Fundgrube und ein wichtiges Nachschlagewerk!
Bei der Abendveranstaltung zur Feier des Jubiläums berichteten
die Delegationen aus Italien, Paraguay, Polen und der Ukraine
über schier unglaubliche Wundergeschichten, wie es zur Verbreitung der
NER in ihren Ländern kam. Zum ersten Mal bei einem INER Kongress kam
eine Vertretung aus der Ukraine. Wir konnten nur staunen, was das
polnische Ehepaar Gilewicz in kurzer Zeit in der Stadt Dubno in der
Westukraine bewegen konnte: Dank der begeisterten Mitarbeit des Direktors
des "Mutter und Kind Krankenhauses", des Dekans und der Direktorin des
Medizinischen Collegiums wurden NER-Lehrgänge in die Ausbildung der
Studenten und des medizinischen Personals aufgenommen.
Wir freuten uns sehr, gemeinsam mit ihnen den Geburtstag Prof. Rötzers
feiern zu können.
Von ganz weit her kamen auch das Ehepaar Estela und Diethard Röttger,
die über ihren großartigen Einsatz in Paraguay berichteten.
Über die Ausbreitung der NER in Polen, wo Frau Dr. Elzbieta Wojcik,
die leider nicht am Kongress teilnehmen konnte, vor Jahren offensichtlich
einen wahren Erdrutsch ausgelöst hatte, erzählten uns die
INER-Präsidentin Elzbieta Golab und die Ärztin Klaudia Kosmala.
NER ist dort inzwischen selbstverständliche Lehre bei jeder
Ehevorbereitung, wie wir es uns für Österreich nur
erträumen können. Und auch in die Ausbildung des
Krankenhauspersonals
wurde die NER aufgenommen. Über Internet werden Kurse angeboten und
per SMS Zyklen ausgewertet...
Eindrucksvoll war auch INER Italia. Die Präsidentin von INER Italia,
Giancarla Stevanella, und der theologische Assistent von INER Italia, Don
Gino Zampieri, waren mit der größten Gruppe an Mitgliedern
angereist. Wir bewunderten ihr Engagement, aber auch ihren Schwung und
Charme.
Dann nahm Elisabeth die mit Liebe ausgewählten
Geburtstagsgeschenke entgegen. Die kostbare Ikone der Madonna von
Tschenstochau, ein Geschenk von INER Polen, schmückt nun das neue
INER-Büro in Vöcklabruck. Es geht bestimmt von dort viel
Segen aus!
Anschließend wurde der Unterhaltungsteil eröffnet. Wir
wurden verwöhnt mit Gedichten, Sketches (das Schauspieltalent von
Ehepaar Kastner wurde entdeckt) und mit den musikalischen Darbietungen von
zwei jungen begabten Künstlern, von Ana Turkalj am Cello und Stephan
Kroboth am Keyboard. Ein geradezu umwerfendes Organisationstalent bewies
Frau Simone Eck, die, ungeachtet der sprachlichen Barrieren, in kurzer
Zeit einen prächtigen Chor hervorzauberte mit Sängern aus
verschiedenen Nationen. Sie beeindruckten mit INER Songs und ernteten
tosenden Applaus.
Nicht vergessen sollten die Arbeitskreise werden, die heuer
erstmals am Kongress angeboten wurden. Sie waren ein voller Erfolg und
wurden von den Teilnehmern mit Begeisterung angenommen. Da die vier
Arbeitskreise parallel liefen, konnte ich nur einen besuchen. Die Wahl
fiel schwer, denn alle klangen vielversprechend:
Arbeitskreis 1: Musikgruppe, die den gesamten Kongress musikalisch
begleitete unter der Leitung von Simone Eck
Arbeitskreis 2: Öffentlichkeitsarbeit - Homepage unter der Leitung von
Margaretha und Georg Feßlmeier
Arbeitskreis 3: NER und Kinderwunsch, online Beratung, unter der Leitung
von Claudia Breitenfellner
Arbeitskreis 4: TeenSTAR - wertorientierte Sexualpädagogik zur
Persönlichkeitsbildung für junge Menschen unter der Leitung von
Elisabeth Pesahl.
Im Anschluss daran wurde das TeenSTAR - Pilotprojekt von Annett Arnold
vorgestellt: Das Kidsprogramm für unsere jungen Mädchen. Das
Pilotprojekt "Ich und mein Körper - Sternstunden für Mädchen"
für 9- bis 11-Jährige stellte sich von seiner praktischen Seite
dar.
All diese wunderbaren Jugend-Initiativen lassen uns hoffnungsvoll in die
Zukunft blicken!
Ich wählte das Kinderwunschforum. Ich kann der Referentin
Frau Dr. Claudia Breitenfellner nur sehr herzlich zu ihrem
unglaublichen Engagement gratulieren. Sie hat uns einen Einblick gegeben in
das vielfältige Angebot ihrer online - Beratung, die von Leuten aus der
ganzen Welt (China, Alaska, Australien usw.) benutzt wird. Ihre Kompetenz
war beeindruckend. Auch online - Kurse hat die EDV Spezialistin kreiert.
Wir hoffen auf Fortsetzung beim nächsten Kongress!
Und wer hat all dies auf die Beine gebracht? Elisabeth Rötzer!
Sie hat den Kongress vorbereitet und organisiert, einschließlich
Büchertische, Abholdienste, Warentransporte, Kinderhüte,
Einladungen von VIPs usw. Da die Anmeldungen sich zuletzt überschlugen
und das Bildungshaus bereits pumpvoll war, musste sie auch noch die ganze
Umgebung nach preisgünstigen Übernachtungsmöglichkeiten absuchen.
Und dies nebst all dem was sonst noch läuft inklusive der Pflege ihres
Vaters. Danke Elisabeth! Der Himmel möge es Dir
lohnen!
Nun sind wir schon gespannt auf den nächsten Kongress, der in der
Bodenseeregion stattfinden wird. Dann wird das silberne Jubiläum
gefeiert!
Wir laden alle Interessierten herzlich ein zum:
25. INER-Kongress mit Mitgliederversammlung 2011
vom Freitag 29. April, bis Sonntag, 1. Mai 2011.
im Tagungshaus des Klosters Brandenburg, D-89165 Dietenheim-Regglisweiler
Siehe auch
http://iner.org/mgv/kongress-vorankuendigung-2011.shtml
Bericht von Dr. med. Gertraud Weggemann