Josef Rötzer im 91. Lebensjahr verstorben
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Josef Rötzer im 91. Lebensjahr verstorben
Ein Pionier der Natürlichen Empfängnisregelung (NER),
ist am Montag, 4. Oktober, im 91. Lebensjahr verstorben.
Prof. Dr. med. Josef Rötzer, ein herausragender
österreichischer Arzt und Pionier der Natürlichen
Empfängnisregelung, ist am 4. Oktober 2010 verstorben.
Es war ihm noch vergönnt, dass 2010 beim 24. Internationalen Kongress
für
Natürliche Empfängnisregelung (INER) sein 90. Geburtstag festlich
gefeiert wurde, und damit konnte er miterleben, wie sein Werk zunehmend
weltweite Verbreitung findet. Sein Buch
"Natürliche
Empfängnisregelung" ist derzeit in der 44. Auflage im Handel und
liegt mittlerweile in 16 Sprachen vor.
Seit 1951 erarbeitete er unermüdlich, mit Unterstützung seiner
Frau Margareta (gestorben 2006) - und ab 1975 auch mit Hilfe seiner
Tochter Elisabeth neue Erkenntnisse für die praktische Anwendung
der Natürlichen Empfängnisregelung (NER). Wichtigste Grundlage
für die NER-Arbeit war die Zusammenarbeit mit vielen Frauen/Ehepaaren,
die eine Archivierung von mehr als 300.000 Zyklen von mehr als 8000 Frauen
ermöglicht hat. Dieser enorme Erfahrungsschatz ist in dem Buch
"Die
Frau und ihr persönlicher Zyklus. Von der Vorpubertät bis in die
Wechseljahre" zusammengefasst.
Sein Arbeitsgebiet erstreckte sich von Forschungsarbeiten,
Beratungsdiensten und Ausbildung von Lehrkräften über
Natürliche Empfängnisregelung (NER) bis hin zu Beiträgen
einer medizinischen Anthropologie. Er hielt nicht nur Vorlesungen an
verschiedenen Universitäten in Österreich und Deutschland,
sondern er war auch begehrter Gastreferent in Übersee: U.S.A,
Neuseeland, Australien, Hong Kong, Japan, Taiwan.
Prof. Dr. Rötzer gilt in der wissenschaftlichen Weltliteratur als
der Begründer der ersten echten sympto-thermalen Methode, die in
den Standardwerken der Gynäkologie in die höchste
Zuverlässigkeitsstufe eingereiht wird. Er hat das Geheimnis des
weiblichen Zyklus entschlüsselt und damit den Frauen den Code,
beziehungsweise die Regeln zur Erkennung der fruchtbaren und unfruchtbaren
Zeiten in ihrem Zyklus geliefert. Damit ist die Frau in der Lage, sowohl
bei Kinderwunsch die beste fruchtbare Zeit für eine Empfängnis
zu erkennen, als auch im Fall der Vermeidung einer Schwangerschaft die
unfruchtbaren Zeiten wahrzunehmen. Die Auswertung von sicher unfruchtbaren
Zeiten im Zyklus der Frau erlaubt auch eine Beratung all jener Ehepaare,
die eine Schwangerschaft aus ganz besonderen Gründen absolut
vermeiden müssen, beispielsweise wenn es um Leben oder Tod der Frau
geht. Kein Verhütungsmittel kann diese Zuverlässigkeit der
NER erreichen!
Eine gute Zyklusbeobachtung ist aber nicht nur für die
Empfängnisregelung von großer Bedeutung, sondern auch in
besonderer Weise für die Selbstannahme der Frau, sowie für die
Erkennung verschiedener Krankheiten, deren Diagnose und zielgerichtete
Therapie durch sie erleichtert wird.
Prof. Dr. Rötzer leistete durch seine Erkenntnisse Bahnbrechendes
für die Gesundheit und die Volkswirtschaft. Der österreichische
Bundespräsident würdigte seine wissenschaftliche
Forschungsarbeit 1992 mit dem Berufstitel "Professor". Darüber hinaus
ist er Träger hoher päpstlicher Auszeichnungen.
In einer Zeit, in der die Nebenwirkungen der Pille nicht mehr
bagatellisiert werden können und auch ihre Auswirkungen auf die
nächste Generation erschreckend deutlich werden - zunehmende
Unfruchtbarkeit der Bevölkerung, Anstieg der Frühgeburtlichkeit
mit all ihren Risiken - bietet die NER die gesunde Alternative.
Zur Förderung der Natürlichen Empfängnisregelung wurde
1986 das Institut für Natürliche Empfängnisregelung
Prof. Dr. med. Rötzer (INER) gegründet, zu dessen Hauptaufgaben
die Ausbildung und Fortbildung von Multiplikatoren zählt. Es ist
längst über den deutschen Sprachraum hinausgewachsen mit
INER Italia, INER Polen, INER Paraguay, INER Georgien. Im Aufbau
begriffen sind INER Kroatien, INER Rumänien und INER Ukraine.
INER-Mitglieder arbeiten in mehr als 20 weiteren Ländern weltweit.
Herr Prof. Rötzer hat mit seinen bahnbrechenden Erkenntnissen der NER
einen Weg für die Zukunft geschaffen. Wir behalten ihn in ehrender
und dankbarer Erinnerung.
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